Auswirkungen von KI auf Arbeitsplätze/ Ehemaliger österreichischer Premierminister Kurz

Von Binsal Abdulkader

DUBAI, 23. Februar 2024 (WAM) -- Es ist unwahrscheinlich, dass künstliche Intelligenz (KI) Massenarbeitslosigkeit auslösen wird, und einige Vorhersagen über den Verlust von Arbeitsplätzen werden sich als falsch erweisen, so Sebastian Kurz, ehemaliger Bundeskanzler von Österreich.

"Ich war immer grundsätzlich optimistisch, was den technischen Fortschritt angeht. Die Befürchtung, dass Maschinen den Menschen die Arbeitsplätze wegnehmen, gibt es seit der ersten Welle der Industrialisierung", sagte er kürzlich in einem Interview mit der Emirates News Agency (WAM) in Dubai.

Kurz, der 2017 mit 31 Jahren Bundeskanzler von Österreich wurde, war einer der jüngsten demokratisch gewählten Regierungschefs der Welt. Im Dezember 2021 schied er aus der Politik aus und arbeitet nun als weltweit tätiger Unternehmer, Berater und Investor.

Er räumte ein, dass einige Arbeitsplätze durch KI verloren gehen würden, sagte aber, dass bestimmte Vorhersagen in dieser Hinsicht falsch seien.

Neue Arbeitsplätze werden entstehen, aber entgegen den Erwartungen wird die KI Bürojobs vor denen von LKW-Fahrern und Lagerarbeitern ersetzen, fügte Kurz hinzu.

Er argumentierte, dass Chatbots wie ChatGPT und andere generative KI [eine Art von KI, die verschiedene Arten von Inhalten produzieren kann, einschließlich Text, Bilder, Audio und synthetische Daten] dieses mögliche Szenario eindrucksvoll demonstriert hätten.

"Dies ist eine Entwicklung, die viele nicht erwartet haben und vor der sich viele fürchten könnten."

Cybersicherheit, Bedrohungen durch Fehlinformationen

Als Verfechter des technologischen Fortschritts glaubt er fest an dessen potenziell positive Auswirkungen auf die Menschheit; er ist jedoch auch besorgt über die Risiken, die mit diesen Fortschritten einhergehen, wie etwa Cyberbedrohungen und die Verbreitung von Desinformationen.

"In der digitalen Welt erfordert das Fehlen nationaler Grenzen eine Neubewertung des Konzepts der Cybersicherheit. Das Potenzial von Cyberangriffen, nicht nur finanziellen Schaden anzurichten, sondern auch Leben zu gefährden, darf nicht unterschätzt werden", warnte der ehemalige Bundeskanzler.

Die rasante Digitalisierung habe viele überrascht, vor allem was das Ausmaß der Cyber-Bedrohungen angehe, stellte er fest.

Kurz sagte, dass seine Erfahrungen mit Cyberangriffen während seiner Zeit als Bundeskanzler, einschließlich jener auf seine Partei und das Außenministerium, ihn dazu veranlassten, Dream mitzugründen, ein Cybersicherheitsunternehmen, das KI zum Schutz kritischer Infrastrukturen einsetzt.

Gefälschte Nachrichten

Kurz wies auf die große Herausforderung hin, die durch KI-generierte Desinformation durch manipulierte digitale Inhalte, einschließlich Videos, entsteht.

Auf die Frage, was er davon hält, dass einige Experten Fake News mit einer Bedrohung wie dem Klimawandel gleichsetzen, sagte Kurz, dass Fake News, Cyberangriffe und der Klimawandel eine Gemeinsamkeit haben - sie sind globale Probleme, die über nationale Grenzen hinausgehen und gemeinsame Anstrengungen zur Lösung erfordern.

Die VAE haben hier echte Führungsstärke bewiesen und ihre Rolle als globales Zentrum für Dialog und internationale Zusammenarbeit weiter gefestigt, fügte er hinzu. Der kürzlich in Dubai abgehaltene Weltgipfel der Regierungen sei das jüngste Beispiel in dieser Hinsicht, sagte Kurz, der als prominenter Redner am Gipfel teilnahm.

"Ich möchte auch die COP28 nicht unerwähnt lassen, denn sie war ein besonders positives Beispiel für internationale Zusammenarbeit und Brückenbau."

COP28-Erfolg beweist: Diplomatie funktioniert

Die erfolgreiche Organisation der COP28, der UN-Klimakonferenz in Dubai im Dezember, durch die VAE sei ein Beweis dafür, dass die Diplomatie trotz vieler geopolitischer Spannungen lebendig sei und funktionieren könne, betonte Kurz.

"Es war ein besonders positives Beispiel für internationale Zusammenarbeit und Brückenbau. Die VAE haben bewiesen, dass sie das richtige Land zur richtigen Zeit sind, um die Klimakonferenz auszurichten".

Er lobte die innovativen Bemühungen der VAE im Bereich der erneuerbaren Energien mit massiven Investitionen in die Solarenergie und die Strategie für Wasserstoff.

Die internationalen Initiativen von Masdar [Abu Dhabi Future Energy Company], zum Beispiel in den Bereichen Windkraft, Solarenergie und Geothermie, sind bewundernswert; andere Teile der Welt können viel von ihrem Ansatz lernen, sagte der ehemalige Bundeskanzler.

Beziehungen zwischen Österreich und den VAE

Die strategische Partnerschaft zwischen Österreich und den VAE ist sowohl eng als auch historisch gewachsen, betonte er.

Die VAE seien nicht nur ein wichtiger Wirtschaftspartner, sondern spielten auch eine bedeutende Rolle in den Bereichen Innovation und Technologie sowie im Kampf gegen den Terrorismus, betonte Kurz.

Er erinnerte an seine Besuche in den VAE als Bundeskanzler und die fruchtbaren Begegnungen und sagte, dass die beiden Länder damals die Beziehungen weiter vertiefen konnten, zum Beispiel mit einer Wasserstoff-Allianz im Jahr 2021.

"Ich habe immer eine große Faszination für die Region gehegt."

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