WEF-Umfrage prognostiziert wirtschaftliche Unsicherheit bis 2024

DAVOS, 15. Januar 2024 (WAM) -- Eine Umfrage des Weltwirtschaftsforums (WED) unter führenden Ökonomen weltweit prognostizierte heute ein Jahr des Abschwungs und der Unsicherheit für die Weltwirtschaft, das durch schwierige finanzielle Bedingungen, geopolitische Spannungen und den Aufstieg der künstlichen Intelligenz belastet sein wird.

Laut dem jüngsten Chief Economists Outlook, der heute veröffentlicht wurde, prognostizieren mehr als die Hälfte (56 Prozent) der befragten führenden Ökonomen, dass sich die Weltwirtschaft im Jahr 2024 abschwächen wird, während 43 Prozent eine gleichbleibende oder zunehmende Dynamik voraussagen. Eine große Mehrheit glaubt auch, dass sich die Arbeitsmärkte (77 Prozent) und die finanziellen Bedingungen (70 Prozent) im nächsten Jahr verbessern werden.

Obwohl die Erwartungen für eine hohe Inflation in allen Regionen zurückgeschraubt wurden, sind die regionalen Wachstumsaussichten sehr unterschiedlich, und in keiner Region wird für 2024 ein sehr starkes Wachstum prognostiziert.

"Der jüngste Chief Economists Outlook verdeutlicht den prekären Charakter des derzeitigen wirtschaftlichen Umfelds", so Saadia Zahidi, Managing Director des Weltwirtschaftsforums. "Angesichts der zunehmenden Divergenz wird die Widerstandsfähigkeit der Weltwirtschaft auch im kommenden Jahr auf die Probe gestellt werden. Obwohl die globale Inflation nachlässt, stagniert das Wachstum, die finanziellen Bedingungen bleiben angespannt, die globalen Spannungen verschärfen sich und die Ungleichheiten nehmen zu - dies unterstreicht die dringende Notwendigkeit einer globalen Zusammenarbeit, um eine Dynamik für ein nachhaltiges, integratives Wirtschaftswachstum zu schaffen."

Die Aussichten für Südasien und Ostasien und den pazifischen Raum sind weiterhin positiv und im Vergleich zur letzten Umfrage weitgehend unverändert, wobei eine große Mehrheit (93 Prozent bzw. 86 Prozent) für 2024 ein zumindest moderates Wachstum erwartet. Eine Ausnahme bildet China, wo eine kleinere Mehrheit (69 Prozent) ein moderates Wachstum erwartet, da der schwache Konsum, die geringere Industrieproduktion und die Sorgen um den Immobilienmarkt die Aussichten auf einen stärkeren Aufschwung belasten.

In Europa haben sich die Aussichten seit der Umfrage vom September 2023 deutlich verschlechtert: Der Anteil der Befragten, die ein schwaches oder sehr schwaches Wachstum erwarten, hat sich mit 77 Prozent fast verdoppelt. In den Vereinigten Staaten und im Nahen Osten und Nordafrika sind die Aussichten ebenfalls schwächer, wobei etwa sechs von zehn Befragten für dieses Jahr ein mäßiges oder stärkeres Wachstum erwarten (gegenüber 78 % bzw. 79 %). Die Wachstumserwartungen für Lateinamerika und die Karibik, Afrika südlich der Sahara und Zentralasien haben sich deutlich verbessert, auch wenn weiterhin von einem weitgehend moderaten Wachstum ausgegangen wird.

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