Von Binsal Abdulkader
ABU DHABI, 5. Februar 2024 (WAM) -- Die Niederlande sehen der bevorstehenden 13. Ministerkonferenz (MC13) der Welthandelsorganisation (WTO) in Abu Dhabi Ende dieses Monats erwartungsvoll entgegen, da dort wichtige Entscheidungen zur Streitbeilegung und zur Handels- und Industriepolitik getroffen werden sollen, erklärte Geoffrey van Leeuwen, niederländischer Minister für Außenhandel und Entwicklungszusammenarbeit, gegenüber der Emirates News Agency (WAM).
Die Wiederherstellung eines voll funktionsfähigen Streitbeilegungssystems habe für die Niederlande oberste Priorität, sagte er in einem E-Mail-Interview aus Amsterdam.
Die nächste Priorität sei der Start eines Arbeitsprogramms zur Handels- und Industriepolitik, um gemeinsam an der Stärkung gleicher Wettbewerbsbedingungen für Industriesubventionen zu arbeiten, fügte van Leeuwen hinzu.
Unterstützung der VAE für den multilateralen Handel
Nach der erfolgreichen Organisation der COP28, der UN-Klimakonferenz in Dubai im Dezember, werden die VAE vom 26. bis 29. Februar 2024 die MC13 in Abu Dhabi ausrichten.
An dem Ministertreffen werden Vertreter von 164 Nationen und Handelsblöcken teilnehmen.
Der niederländische Minister sprach den VAE seine "Anerkennung und Dankbarkeit" für die hervorragende Organisation der COP28 aus.
"Einmal mehr ist die Führungsrolle der VAE bei der Ausrichtung der MC13 beeindruckend. Es zeigt, dass die VAE auch ein starker Befürworter des multilateralen Handelssystems sind", betonte van Leeuwen.
Entscheidende Reformen
Auf der MC13 werden wichtige Reformen des Welthandelssystems angestrebt, darunter die Erweiterung der WTO-Mitgliedschaft, die Ausarbeitung stärkerer Streitbeilegungsmechanismen und die Einführung digitaler Handelsrahmen.
Auf dem Ministertreffen sollen auch Herausforderungen wie die Unterbrechung der Lieferketten, Inflation, Protektionismus und der Klimawandel angegangen werden. Darüber hinaus werden auf dem MC13 Möglichkeiten zur Förderung von Investitionen in Handelstechnologien für nachhaltige und widerstandsfähige Lieferketten erörtert.
"Als offene Volkswirtschaft sind die Niederlande ein starker Befürworter eines regelbasierten multilateralen Handelssystems", erklärte der niederländische Minister.
Die Niederlande befürworten eine Ausweitung der WTO-Mitgliedschaft, da sie davon überzeugt sind, dass der Handel allen Menschen eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung bringen kann, sagte er.
"Außerdem würden wir gerne eine weitere Integration von Handels- und Umweltfragen in die WTO-Agenda sehen, um den Klimawandel zu bekämpfen."
Die Stärkung des digitalen Handels sei ein wichtiges Thema, so van Leeuwen, der seiner Hoffnung Ausdruck verlieh, dass dies Teil der positiven Ergebnisse der MC13 sein werde.
Grüne Zukunft für die Beziehungen zwischen den Niederlanden und den VAE
Die Niederlande und die Vereinigten Arabischen Emirate haben als zwei am Meer gelegene Nationen aufgrund ihrer einzigartigen geografischen Lage ein großes Potenzial für den globalen Handel, betonte der Minister.
Wie die Niederlande seien auch die VAE ein logistisches Drehkreuz für viele Produkte in der Region, betonte er. "Durch die Verbindung unserer Häfen können wir unsere Vertriebsmöglichkeiten weiter verbessern. Aus diesem Grund haben die VAE in den Rotterdamer Hafen investiert und ein Terminal für DP World errichtet."
Beide Länder haben eine grüne Zukunft mit dem Potenzial, ein Vertriebszentrum in Europa für in den VAE produzierten grünen Wasserstoff zu schaffen. "Das ist auf jeden Fall eine weitere Überlegung wert."
11 CEPAs unterstützen den globalen Handel
Die VAE haben die Initiative ergriffen, MC13, ein wichtiges globales Treffen, zu veranstalten, da das Land eine immer wichtigere Rolle als globale Logistikdrehscheibe spielt. Die Vereinigten Arabischen Emirate setzen sich für ein inklusiveres globales Handelssystem ein und setzen sich für eine stärkere Beteiligung des globalen Südens am internationalen Handel ein.
Im Jahr 2021 begannen die VAE mit der Ausarbeitung umfassender Wirtschaftspartnerschaftsabkommen (CEPA) mit wichtigen Partnern weltweit. Die CEPAs zielen darauf ab, offenere, nachhaltigere und für beide Seiten vorteilhaftere Handelsbeziehungen aufzubauen, indem Hindernisse für den Handel mit Waren und Dienstleistungen beseitigt, Zollverfahren vereinfacht und Lieferketten gestrafft werden.
Die VAE haben CEPA mit 11 Ländern abgeschlossen, darunter Indien, Indonesien, Israel, die Türkei, Südkorea, Kambodscha, Kolumbien, Georgien, Mauritius, Kongo-Brazzaville und Costa Rica. Die ersten vier Abkommen sind bereits in Kraft getreten.
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