Von Binsal Abdulkader
ABU DHABI, 7. Februar 2024 (WAM) -- Die Schweiz betont die Bedeutung von Reformen in der Welthandelsorganisation (WTO), eine stärkere Rolle der WTO in den Bereichen Handel und ökologische Nachhaltigkeit sowie die Festlegung von Regeln für den digitalen Handel auf der bevorstehenden 13. WTO-Ministerkonferenz (MC13) in Abu Dhabi im nächsten Monat, so ein hoher Schweizer Beamter.
"Die Schweiz ist fest von den Vorteilen und der Notwendigkeit des multilateralen Handelssystems überzeugt. Für die Schweiz steht deshalb die Reform der WTO im Zentrum der MC13", sagte Botschafter Markus Schlagenhof, Delegierter des Bundesrates für Handelsverträge und Leiter der Abteilung Welthandel in der Direktion für Aussenwirtschaft der Schweiz.
"Dabei dürfen wir nicht vergessen, dass die bestehenden WTO-Regeln ein wichtiger Rahmen für den internationalen Handel sind und bleiben werden", sagte er der Emirates News Agency (WAM) in einem E-Mail-Interview aus Bern.
Entscheidendes globales Treffen nach COP28
Nach der erfolgreichen Organisation der COP28, der UN-Klimakonferenz in Dubai im Dezember, werden die VAE die MC13 ausrichten.
Das Treffen, das vom 26. bis 29. Februar 2024 in Abu Dhabi stattfinden soll, wird Vertreter von 164 Nationen und Handelsblöcken zusammenbringen.
Auf der Konferenz werden wichtige Reformen des Welthandelssystems angestrebt, darunter die Erweiterung der WTO-Mitgliedschaft, die Ausarbeitung stärkerer Streitbeilegungsmechanismen und die Einführung digitaler Handelsrahmen.
Der Schweizer Diplomat erklärte, dass ein funktionierender und durchsetzbarer Streitbeilegungsmechanismus, der das Schlüsselelement der WTO-Reformen darstellt, von entscheidender Bedeutung sei.
Botschafter Schlagenhof betonte die Notwendigkeit einer stärkeren Rolle der WTO in den Bereichen Handel und ökologische Nachhaltigkeit und unterstrich die Bedeutung der Entwicklung von Regeln für den rasch wachsenden digitalen Handel.
VAE als wichtige Wirtschaftsdrehscheibe
Der Schweizer Beamte sagte, die VAE hätten das Terrain für das WTO-Treffen gut vorbereitet.
Die Schweiz betrachtet die VAE als eine wichtige Wirtschaftsdrehscheibe in der Region, in der zahlreiche Schweizer Unternehmen tätig sind. Die engen wirtschaftlichen Beziehungen werden durch das seit 2014 geltende Freihandelsabkommen weiter gefestigt, so der Gesandte.
"Wir freuen uns darauf, nach Abu Dhabi zu kommen und auf ein positives Ergebnis der MC13 hinzuarbeiten", sagte der Diplomat, der seit 1995 über zwei Jahrzehnte Erfahrung in globalen Handelsfragen hat.
Auf der MC13, einer wichtigen WTO-Tagung, sollen Herausforderungen wie die Unterbrechung der Lieferketten, Inflation, Protektionismus und Klimawandel angegangen werden.
Darüber hinaus werden auf dem Treffen Maßnahmen zur Förderung von Investitionen in Handelstechnologien diskutiert, um nachhaltigere und widerstandsfähigere Lieferketten zu fördern.
11 CEPAs unterstützen den globalen Handel
Die VAE haben die Initiative ergriffen, dieses globale Treffen auszurichten, da ihre Rolle als globales Logistikzentrum immer wichtiger wird. Das Land setzt sich für ein inklusiveres globales Handelssystem ein und setzt sich für ein stärkeres Engagement des globalen Südens im internationalen Handel ein.
Im Jahr 2021 begannen die VAE mit der Ausarbeitung umfassender Wirtschaftspartnerschaftsabkommen (CEPA) mit wichtigen Partnern weltweit. CEPAs zielen darauf ab, offenere, nachhaltigere und für beide Seiten vorteilhaftere Handelsbeziehungen aufzubauen, indem Hindernisse für den Handel mit Waren und Dienstleistungen beseitigt, Zollverfahren vereinfacht und Lieferketten gestrafft werden.
Die VAE haben CEPA mit 11 Ländern abgeschlossen, darunter Indien, Indonesien, Israel, die Türkei, Südkorea, Kambodscha, Kolumbien, Georgien, Mauritius, Kongo-Brazzaville und Costa Rica. Die ersten vier Abkommen sind bereits in Kraft getreten.
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