Indonesien drängt auf WTO-Treffen in den VAE, um Fragen der Ernährungssicherheit zu behandeln

Von Binsal Abdulkader
ABU DHABI, 20. Februar 2024 (WAM) -- Indonesien fordert die 13. Ministerkonferenz (MC13) der Welthandelsorganisation (WTO), die nächste Woche in Abu Dhabi stattfindet, dringend auf, sich mit den seit langem bestehenden Problemen der Ernährungssicherheit zu befassen, so Djatmiko Bris Witjaksono, Generaldirektor für internationale Handelsverhandlungen im indonesischen Handelsministerium.

"Wir müssen den Schwung der MC13 nutzen, indem wir konkrete Lösungen anbieten, um aus der Sackgasse der Agrarverhandlungen herauszukommen und die immer größer werdende Krise der Ernährungssicherheit anzugehen. Dabei müssen wir die Ungleichgewichte und Asymmetrien des globalen Agrarhandelssystems korrigieren", sagte er in einem E-Mail-Interview mit der Emirates News Agency (WAM) aus Jakarta.

MC 13 sollte in der Lage sein, die seit langem bestehenden Probleme der Ernährungssicherheit anzugehen, die in der heutigen Situation von größerer Bedeutung sind, da die Welt durch eine multidimensionale Krise von Ernährungsunsicherheit bedroht ist, betonte Witjaksono.

Bemühungen der VAE, Gastfreundschaft

Die VAE werden die WTO-Ministerkonferenz vom 26. bis 29. Februar 2024 in Abu Dhabi ausrichten, nachdem sie im Dezember 2023 die UN-Klimakonferenz COP28 in Dubai erfolgreich organisiert hatten.

Die MC13 wird Vertreter von 164 Nationen und Handelsblöcken zusammenbringen.

Der indonesische Beamte würdigte die herausragenden Bemühungen und die Gastfreundschaft der VAE für die WTO-Ministerkonferenz.

Er betonte, dass Indonesien den Vorsitz der MC13 in den VAE und die Bemühungen um eine Stärkung des multilateralen Handelssystems voll und ganz unterstütze.

Witjaksono sagte, Indonesien werde mit den VAE zusammenarbeiten, um ein positives und konstruktives Engagement aller Mitglieder aufzubauen, indem es den Interessen und Anliegen aller Rechnung trage.

Entscheidendes globales Treffen

Die MC13 zielt auf entscheidende Reformen des globalen Handelssystems ab, die von der Erweiterung der WTO-Mitgliedschaft über die Stärkung der Streitbeilegungsmechanismen bis hin zur Einführung digitaler Handelsrahmen reichen.

Auf dem WTO-Ministertreffen sollen auch Herausforderungen wie die Unterbrechung der Lieferketten, Inflation, Protektionismus und Klimawandel angegangen werden. Darüber hinaus werden auf dem MC13 Möglichkeiten zur Förderung von Investitionen in Handelstechnologien für nachhaltige und widerstandsfähige Lieferketten erörtert.

Indonesiens andere Prioritäten

Der indonesische Beamte erklärte, sein Land unterstütze das Mandat der letzten WTO-Konferenz (MC12), auf der MC13 eine umfassende Einigung über Fischereisubventionen zu erzielen.

Er sagte, Indonesien unterstütze die auf der MC12 festgelegten Mandate, die darauf abzielen, bis 2024 ein voll funktionsfähiges und für alle Mitglieder zugängliches Streitbeilegungssystem zu schaffen.

In Bezug auf die Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels schlug Witjaksono vor, dass solche Bemühungen die soziale und wirtschaftliche Entwicklung der Entwicklungsländer und der am wenigsten entwickelten Länder (LDC) nicht behindern dürften. Bei den Klimamaßnahmen müsse den Auswirkungen auf gefährdete Bevölkerungsgruppen mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden, fügte er hinzu.

Umwelt- und Klimafragen sollten nicht als protektionistische Maßnahmen eingesetzt werden, die den Bestimmungen der WTO-Abkommen zuwiderlaufen und den Interessen der Entwicklungsländer und der am wenigsten entwickelten Länder schaden könnten, erklärte der Beamte.

Was das Moratorium für Zölle auf elektronische Übertragungen betrifft, so ist Indonesien der Ansicht, dass das Moratorium nicht dauerhaft aufrechterhalten werden sollte, so Witjaksono.

Die Entscheidung in dieser Frage müsse auf einer klaren Definition und dem Anwendungsbereich elektronischer Übertragungen beruhen, auf die man sich multilateral geeinigt habe, fügte er hinzu.

Unterstützung der VAE für den globalen Handel

Angesichts ihrer wachsenden Rolle als globales Logistikzentrum haben die VAE die Initiative ergriffen, die MC13, ein wichtiges globales Treffen, auszurichten. Die Emirate, die sich für ein stärkeres Engagement des globalen Südens einsetzen, befürworten ein integrativeres globales Handelssystem.

Im Jahr 2021 begannen die VAE mit der Ausarbeitung eines umfassenden Wirtschaftspartnerschaftsabkommens (Comprehensive Economic Partnership Agreement, CEPA) mit wichtigen Partnern weltweit. Die CEPAs zielen darauf ab, offenere, nachhaltigere und für beide Seiten vorteilhaftere Handelsbeziehungen aufzubauen, indem Hindernisse für den Handel mit Waren und Dienstleistungen beseitigt, Zollverfahren vereinfacht und Lieferketten gestrafft werden.

Die VAE haben CEPA mit 11 Ländern abgeschlossen, darunter Indien, Indonesien, Israel, die Türkei, Kambodscha, Südkorea, Kolumbien, Georgien, Mauritius, Kongo-Brazzaville und Costa Rica. Die ersten fünf Abkommen sind bereits in Kraft getreten.

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